Spam-Comeback: Diät-Werbung dominiert Spam-Themen

von Legacy Eleven Blog Articles

Der Sommer und mit ihm die Urlaubszeit stehen vor der Tür, da denkt so mancher darüber nach, wie er denn noch schnell zur passenden Strandfigur kommen könnte. Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass derzeit ein “alter Bekannter” nach längerer Abwesenheit so manchem E-Mail-Postfach wieder seine Aufwartung macht: Diät-Spam. Während mehr oder weniger seriöse Werbe-E-Mails für mehr oder weniger wirksame Abnehmmittelchen über Jahre zu den – zumindest bei den Spammern – populärsten Themen gehörten, spielten sie zuletzt keine Rolle mehr. Noch Ende Mai war ihr Anteil am gesamten Spam-Aufkommen selbst bei zwei Nachkommastellen nicht mehr messbar. Seit gut einer Woche ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: In der Woche vom 3. bis 9. Juni 2013 belegten Diät-E-Mails mit einem Anteil von 18.8 Prozent Platz zwei unter den Spam-Themen (hinter Pharma-Spam), in den letzten sieben Tagen sogar mit 24,8 Prozent den Spitzenplatz. Möchte man den Anstieg der Diät-Spam-Menge von KW 22 auf KW 23 prozentual beziffern, kommt man auf einen sechsstelligen Prozentwert.

Die Welle von Diät-Spam-Mailings begann am 3. Juni und hat sich seitdem immer weiter verstärkt.

Die Welle von Diät-Spam-Mailings begann am 3. Juni und hat sich seitdem immer weiter verstärkt.

Wunderpille aus grünen Kaffeebohnen

Die Absender der E-Mails haben Bezeichnungen wie “iWellHealth Ltd.” oder “iHealth Portal”. Beworben werden Diätpräparate aus grünen Kaffeebohnen. Bei den E-Mails handelt es sich um einfache Text-Nachrichten ohne Bilder, die Links auf Websites wie premiumgreencoffeyue.pl oder greencoffee.pl enthalten. Um die Angebote glaubwürdiger zu machen, sind die entsprechenden Internetseiten im Stil von Nachrichtenportalen gestaltet und mit Logos bekannter und seriöser Medien versehen, vor allem von US-Fernsehsendern wie CBS, CNN oder MSNBC. Dabei wird behauptet, das Präparat sei in den genannten Medien empfohlen worden. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird in der Überschrift auch noch eine Studie erwähnt, die nachgewiesen habe, dass das Mittel einen monatlichen Gewichtsverlust von 15 Pfund (knapp sieben Kilogramm) bewirken könne. Während die Mehrzahl der Webseiten polnische Domains aufweist, stammt ein Großteil der E-Mails von IP-Adressen in spanischsprachigen Ländern: So belegen Argentinien, Spanien, Mexiko und Kolumbien die Plätze eins, zwei, vier und fünf (unterbrochen nur von den USA auf Platz drei) – zusammengerechnet kommt mehr als ein Drittel aller E-Mails dieser Kampagne aus diesen vier Ländern.

Diät-Spam wirbt für vermeintliches Wunderpräparat aus grünen Kaffeebohnen.

Diät-Spam wirbt für vermeintliches Wunderpräparat aus grünen Kaffeebohnen.

Spam 2013: Das Jahr der Comebacks

Mit der Rückkehr von Diät-Spam setzt sich ein Trend der ersten Jahreshälfte fort: die Rückkehr einst wichtiger und zuletzt weitgehend verschwundener Spam-Themen. Rückkehrer des ersten Quartals 2013 war der Pump-and-Dump- oder Penny-Stock-Spam, bei dem die Spammer billige und kaum gehandelte Aktien bewerben , um von dem resultierenden Kursgewinn zu profitieren. In unserer Zahl des Monats Mai 2013 haben wir gezeigt, wie groß die Gewinn- und Verlust-Spanne zwischen Spammern und Opfern sein kann. Im ersten Quartal dominierten Pump-and-Dump-Mailings den Spam-Versand, nachdem sie jahrelang praktisch verschwunden waren. Das Eleven Research-Team ist gespannt, ob sich dieser Trend fortsetzt und wenn ja, welcher “alte Bekannte” uns als nächstes wieder begegnet.

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